Was den Ingenieurbedarf in Hessen prägt
Im Rhein-Main-Gebiet sitzen Chemie- und Pharmastandorte mit eigenen Industrieparks. Dazu kommen der größte deutsche Verkehrsflughafen und ein Knoten aus Autobahnen und Schienen. Frankfurt am Main ist zugleich ein zentraler Internetknoten. Weil dort so viele Rechenzentren stehen, suchen Betreiber und Planer laufend Fachleute für Kältetechnik und Mittelspannung. In Darmstadt arbeiten der Raumfahrtbetrieb und die Beschleunigerforschung. Im Lahn-Dill-Kreis um Wetzlar und Aßlar entstehen optische Geräte samt der Vakuum- und Messtechnik dafür. Zwischen Kassel und Baunatal baut Nordhessen Getriebe und Antriebe, daneben Schienenfahrzeuge. In Niestetal werden Wechselrichter für die Solartechnik entwickelt. Um Fulda verarbeiten Betriebe Kunststoff und bauen Anlagen.
Wer im Rhein-Main-Gebiet in die Rechenzentrumstechnik einsteigt, muss mehrere Gewerke als eine einzige Anlage denken. Dazu gehören Kaltwassersätze, freie Kühlung, Mittelspannung und die Notstromversorgung. Vorausgesetzt wird dabei, dass nichts davon je abgeschaltet wird. Geplant wird das von Ingenieurinnen und Ingenieuren der Gebäude- und Elektrotechnik, im Ingenieurbüro wie beim Betreiber. In den Industrieparks am Main prägen Verfahrenstechnik und Apparatebau das Aufgabenbild. Dazu kommen die Genehmigungsanträge und die Instandhaltung durchlaufender Anlagen. Die optische Gerätetechnik im Lahn-Dill-Kreis führt Mechanik und Optik mit der Elektronik zu einem Gerät zusammen. Das Ergebnis wird danach optisch auf Bruchteile einer Lichtwellenlänge genau vermessen. Nordhessen sucht Konstrukteure und Erprobungsingenieure, dazu Leute, die die Fertigung planen. Ingenieurbüros im Ballungsraum arbeiten daneben an Straßen und Tragwerken. Der Wasserbau kommt hinzu.

















