Was den Ingenieurbedarf in Niedersachsen prägt
Der Fahrzeugbau bestimmt die technische Nachfrage in Wolfsburg, Emden, Osnabrück und Hannover. In Salzgitter kommt Stahl aus dem Hochofen und geht als Band ins Walzwerk. Maschinen- und Anlagenbau verteilt sich über das ganze Land. In Braunschweig sitzen die nationale Behörde für das Messwesen und die Luftfahrt- und Verkehrsforschung des Bundes. Daneben arbeiten dort Fahrzeugzulieferer und eine technische Universität. Hannover bündelt Energiewirtschaft und Landesbehörden, dazu ein dichtes Feld an Planungsbüros. Im Nordwesten um Oldenburg und Aurich entwickeln und bauen Hersteller ihre Windenergieanlagen. In Cuxhaven verlädt der Hafen die großen Bauteile. Im Emsland und in Papenburg entstehen Spezialschiffe. In Stade treffen Chemie und die Fertigung von Bauteilen aus Kohlefaser für die Luftfahrt aufeinander. Um Osnabrück baut die Landtechnik Erntemaschinen. Gleich daneben liefert der Anlagenbau die Fertigungslinien für Molkereien und Schlachtbetriebe.
Zwischen dem Städtedreieck im Südosten und der Küste liegen mehrere Fahrstunden. Diese Entfernung teilt den Arbeitsmarkt. Im Südosten dreht sich die Arbeit um Werkstoffe und ihre Verarbeitung. Man konstruiert und legt Presswerkzeuge aus. Dazu plant man die Reihenfolge der Fertigungsschritte und hält Anlagen instand, die im Dauerbetrieb laufen. An der Küste geben große Bauteile den Takt vor. Ein Rotorblatt verlässt die Halle nur über Schwerlastwege. Es wird im Seehafen verladen und draußen aufgestellt. Deshalb gehören der Transport und das Montagekonzept früh zur Ingenieurarbeit. Danach folgen Netzanschluss und Inbetriebnahme. Später kommt der Service an der Anlage. Ingenieurinnen und Ingenieure aus Maschinenbau, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik und Bauwesen finden in beiden Räumen Aufgaben. Sie wechseln zwischen den Räumen aber selten ohne Umzug. Ausgeschrieben wird fast immer für einen festen Standort, denn ein Prüfstand oder ein Kai wandert nicht mit.

















