Wirtschaftsprofil
Was den Ingenieurbedarf in Nordrhein-Westfalen prägt
Die Rheinschiene von Köln über Leverkusen und Dormagen bis Krefeld trägt zusammen mit dem Chemiestandort Marl die Chemie und die Kunststofftechnik. Duisburg erschmilzt Roheisen und walzt es zu Band, Bochum verarbeitet weiter und fertigt Elektroband und höherfeste Stähle für die Elektromobilität. In Essen und Dortmund planen Versorger ihre Netze, daneben arbeitet die Umwelttechnik an Wasser und Abluft. Aachen verbindet Hochschule und Institute mit Produktionstechnik und Antriebsentwicklung. In Ostwestfalen um Bielefeld, Paderborn, Lemgo und Minden sitzen Maschinenbau, Antriebstechnik, Elektronik und industrielle Automation, in Südwestfalen zwischen Siegen und dem Märkischen Kreis die mittelständische Werkzeug- und Metallindustrie. Im Bergischen Land um Wuppertal und Remscheid werden Werkzeuge und Messgeräte gebaut, während Köln und Düsseldorf die großen Ingenieur- und Planungsbüros bündeln.
Zwischen zwei Werkstoren liegt hier oft weniger als eine Fahrstunde, deshalb erzwingt ein Arbeitgeberwechsel selten einen Umzug. Die räumliche Nähe täuscht allerdings über den fachlichen Abstand hinweg. Wer eine genehmigte Anlage im Chemiepark ändert, beginnt im Verfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz; dort entscheiden die Stoffbilanz und die Sicherheitsbetrachtung über den Zeitplan, nicht der Kundenwunsch. In der Hüttentechnik richtet sich die Arbeit dagegen nach dem laufenden Betrieb: Wann ein Ofen neu zugestellt und wann eine Straße stillgelegt wird, plant der Betrieb um die Produktion herum, und wer den Termin verschiebt, verschiebt die Charge. Gesucht werden Ingenieurinnen und Ingenieure für Verfahrens- und Prozesstechnik, für den Anlagenbau, für Elektrotechnik und Netzplanung, in Duisburg und Dortmund zusätzlich für Hafenumschlag und Verkehrsinfrastruktur, in Ostwestfalen und Südwestfalen für Konstruktion und Automatisierungstechnik.



















