Wirtschaftsprofil
Was den Ingenieurbedarf in Rheinland-Pfalz prägt
Entlang des Stroms hängt eine Stufe an der nächsten. Ludwigshafen am Rhein erzeugt Grundstoffe und Kunststoffe und hält dafür Verfahrenstechnik, Apparatebau, Mess- und Regeltechnik sowie Instandhaltung nebeneinander. Mainz und Ingelheim am Rhein entwickeln Arzneimittel und stellen biotechnologische Wirkstoffe her, Koblenz baut Anlagen und Schaltschränke für die Automobilindustrie, Wörth am Rhein montiert schwere Nutzfahrzeuge in Serie. Kaiserslautern entwirft eingebettete Systeme und automatisiert Fertigungslinien, gestützt auf Hochschulen und Institute, die dort forschen. Abseits der Achse tragen mittelständische Maschinenbauer den Arbeitsmarkt, dazu Ingenieurbüros, die Kläranlagen auslegen und Trinkwassernetze nachrechnen. Weinbau und Tourismus verlangen eigene Planer, weil Kellereitechnik und Wegebau in den Steillagen anders zugeschnitten sind als städtische Aufgaben.
Innerhalb weniger Jahre hat sich verschoben, woran Ingenieurinnen und Ingenieure hier gemessen werden. In der Chemie zählte lange, wie viel eine Anlage ausbringt, inzwischen wird Prozesswärme elektrifiziert und Abwärme zurückgeholt, und aus Reststoff soll wieder Rohstoff werden. Im Nutzfahrzeugbau laufen batterieelektrische Antriebe neben dem Dieselgeschäft, deshalb prüfen Entwicklerinnen und Entwickler heute Zellmodule, Ladeschnittstellen und Reichweiten an einem Fahrzeug, das früher nur am Motorprüfstand hing. Die Pharmazie qualifiziert ihre Anlagen strenger und dokumentiert jeden Eingriff bis zum Nachweis der Reinheit, sodass Verfahrenstechnik dort ohne das Regelwerk nicht mehr denkbar ist. Software bildet keinen eigenen Zweig mehr, sondern liegt quer über allen drei Feldern, in der Steuerung wie am Prüfstand.


















