Was den Ingenieurbedarf in Sachsen-Anhalt prägt
Die Wirtschaft des Landes ruht auf zwei Säulen. Die eine ist die Chemie- und Kunststoffindustrie im mitteldeutschen Raum, die andere der Maschinen- und Anlagenbau um Magdeburg. Dazu kommt eine starke Ernährungswirtschaft auf den Lössböden der Börde. Dort werden Zuckerrüben und Getreide in großen Mengen verarbeitet. Halle (Saale) verbindet Hochschulen und Forschungsinstitute mit Landesbehörden und technischen Dienstleistern. In Magdeburg stehen neben dem Anlagenbau die Verkehrstechnik und die Wasserwirtschaft. Energiewirtschaft, Windkraft, Wasserstoffvorhaben und Recyclingtechnik bringen den gewachsenen Chemiestandorten neue Aufgaben. Der verfahrenstechnische Kern bleibt derselbe.
Verfahrenstechnik ist keine angewandte Laborchemie. Eine Anlage wird nach dem Medium und dem Druck ausgelegt, nach dem Werkstoff und nach der Prüffrist, nicht nach den Baukosten. Gefahren wird rund um die Uhr. Jede Änderung berührt die Sicherheit und die Genehmigung. Das Aufgabenfeld reicht von der Verfahrenstechnik über den Apparate- und Rohrleitungsbau bis zur Elektro-, Mess- und Regeltechnik. Instandhaltung und Inbetriebnahme schließen sich an. Anlagenbau und Ingenieurbüros suchen eher Leute, die planen und konstruieren. Die Chemie- und Energiestandorte suchen eher Fachleute für den laufenden Betrieb. Viele Anlagen brauchen eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Der Sicherheitsnachweis und der Kontakt zur Behörde gehören deshalb dauerhaft zum Alltag von Ingenieurinnen und Ingenieuren.

















