Was den Ingenieurbedarf in Thüringen prägt
Optik und Photonik bilden den fachlichen Kern des Landes. Laserquellen und Mikroskope entstehen hier vom ersten Strahlengang bis zur Abnahme am Messplatz. Optische Schichten werden im Vakuum aufgedampft oder aufgestäubt. Getragen wird das von einer dichten Hochschul- und Institutslandschaft. Mikroelektronik und Messtechnik schließen unmittelbar an. Bauelemente und optische Systeme brauchen dieselbe Reinheit und dieselben engen Toleranzen. Die Zulieferkette der Automobilindustrie zieht sich durch das ganze Land, vom Gießen und Umformen über den Werkzeug- und Formenbau bis zur Fahrzeug- und Batterietechnik. Dazwischen arbeiten viele kleine und mittlere Betriebe. Ihre Erzeugnisse stecken als Baugruppe im Gerät eines anderen Herstellers.
In der Photonik greifen die Arbeitsschritte ineinander, statt aufeinander zu folgen. Justieren, vermessen, das Verhalten über Temperatur und Betriebsdauer nachweisen und die spätere Serie mitplanen gehören zusammen. In kleineren Häusern verantwortet all das dieselbe Person. In der Fahrzeug- und Batterietechnik gilt ein anderer Takt. Dort bestimmen der Serienanlauf und die Freigaben des Kunden den Arbeitstag. Wer einen Fertigungsschritt ändert, weist vorher nach, dass die Maße weiterhin dauerhaft gehalten werden. Werkzeug- und Kunststofftechnik verlangt Denken in Toleranzen und Zykluszeiten. Wer die Form ändert, in der das Teil entsteht, ändert damit auch dessen Kühlung. Prüflabore und Ingenieurbüros arbeiten quer dazu für Betriebe, die selbst nicht entwickeln.

















